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Defensive Services

Firewall und Intrusion Detection

Eine Firewall am Übergang ins Internet hat heute jeder. Die Frage, die über den Schaden entscheidet, ist eine andere: Was kann ein Angreifer erreichen, der bereits drin ist? In einem Netz ohne innere Grenzen ist die Antwort: alles.

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Die Ausgangslage

Der Schaden entsteht nach dem Einbruch

Ein Erstzugang ist ein Vorfall. Was daraus wird, entscheidet sich in den Stunden danach: beim Weitergehen von System zu System, quer durch ein Netz, das historisch gewachsen ist und in dem jeder mit jedem sprechen darf. Lateral Movement heißt dieser Teil eines Angriffs — und er ist der, den Sie mit vertretbarem Aufwand tatsächlich unterbinden können.

Ein übernommener Arbeitsplatzrechner in der Buchhaltung sollte technisch nicht in der Lage sein, die Steuerung in der Fertigung zu erreichen. In den meisten Netzen, die wir sehen, ist er es. Nicht aus Nachlässigkeit — sondern weil nie jemand die Frage gestellt hat, welche Verbindung eigentlich nötig ist.

Ein weites dunkles Feld, durch Wände in einzelne abgeschlossene Kammern geteilt. Eine einzige Kammer ist hell erleuchtet; das Licht endet an ihren Wänden und erreicht keine der benachbarten.

Der Ansatz

Segmentierung ist der eigentliche Hebel

Zonen werden entlang des Schutzbedarfs geschnitten, nicht entlang des Organigramms und erst recht nicht entlang der gewachsenen Verkabelung. Fertigung, Verwaltung, Gebäudetechnik, Gästenetz, Verwaltungszugänge: Jede dieser Zonen hat einen eigenen Schutzbedarf und eine eigene Liste dessen, was hinein- und hinausdarf.

Erlaubte Verbindungen benennen, nicht verbotene sammeln

Ein Regelwerk, das Verbote sammelt, wächst mit jedem Vorfall und wird nie fertig. Ein Regelwerk, das Erlaubnisse benennt, ist am Anfang mühsam und danach überschaubar. Wir arbeiten grundsätzlich in dieser Richtung — das ist derselbe Gedanke, der hinter Zero Trust steht, nur ohne das Versprechen, ihn an einem Wochenende umzusetzen.

Erst beobachten, dann blockieren

Kein Regelwerk wird am Reißbrett richtig. Neue Regeln laufen deshalb zuerst im Beobachtungsmodus mit: Was würde blockiert, und wäre das ein Problem? Erst wenn diese Liste über Wochen leer bleibt, wird scharf geschaltet. Das kostet Zeit und erspart den Anruf, dass die Produktion steht.

Regeln haben eine Haltbarkeit

Jede Ausnahme aus dem Tagesgeschäft bleibt ohne Pflege für immer stehen. Nach drei Jahren erklärt niemand mehr, wofür Regel 214 gut war, und gelöscht wird sie trotzdem nicht. Zu einem Regelwerk gehört darum von Anfang an, wer es wann überprüft und was mit Regeln geschieht, die niemand mehr begründen kann.

  1. 01

    Bestandsaufnahme

    welche Systeme sprechen heute tatsächlich miteinander — gemessen, nicht vermutet

  2. 02

    Zonenmodell

    Schnitt nach Schutzbedarf, mit benannter Verantwortung je Zone

  3. 03

    Regelwerk

    erlaubte Verbindungen benennen, jede mit Zweck und Eigentümer

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    Übergang

    Beobachtungsmodus vor dem Blockieren, Zone für Zone statt auf einen Schlag

  5. 05

    Erkennung

    Auswertung dessen, was innerhalb der erlaubten Verbindungen passiert

  6. 06

    Pflege

    feste Überprüfung, sonst verfällt jedes Regelwerk innerhalb von zwei Jahren

Nicht der Einbruch entscheidet, sondern wie weit er kommt.

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Die Ergänzung

Erkennung im Netz, nicht nur am Rand

Eine Firewall entscheidet, ob eine Verbindung zustande kommt. Sie sagt nichts darüber, was innerhalb einer erlaubten Verbindung geschieht — und genau dort bewegt sich ein Angreifer, der Zugangsdaten hat. Ein IDS/IPS im Inneren schließt diese Lücke, eine NDR-Auswertung erweitert sie um den gesamten Netzverkehr: systematisches Abklopfen interner Adressbereiche, ein Datenabfluss zu ungewöhnlicher Zeit, Verbindungen zu Infrastruktur, die erst vor Stunden registriert wurde.

Die Bewertung übernimmt NeoI, damit nicht jede Abweichung als Alarm endet — dieselbe Logik wie in der KI-gestützten Bedrohungserkennung, hier auf den Netzverkehr angewandt. Sichtbar wird das Ergebnis in Strider.

Wochen
Beobachtungsmodus vor der ersten Blockade
je Zone
eine benannte Verantwortung, kein Sammelpostfach
jährlich
Überprüfung des gesamten Regelwerks
ISO 27001
Segmentierung ist dort eine Anforderung
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Das Gerät

Hardware-Firewall-Lösung — made in Europe

Wo Sie die Appliance selbst betreiben wollen, liefern wir sie mit Valar: vier abgestufte Modelle von der einzelnen Niederlassung bis zum verteilten Konzernnetz, durchgehend gleiche Verwaltungslogik, dokumentierte Lieferkette.

Entwickelt wird die Lösung in Europa, und das ist der Teil, auf den es ankommt: Betriebssystem, Regelwerk, Erkennung und Verwaltung stammen von uns, die Datenhaltung liegt in der EU. Die Geräte selbst werden nach unseren Vorgaben gefertigt — die Lieferkette weisen wir nach, wir behaupten aber nicht, dass sie europäisch ist.

Für Betreiber kritischer Anlagen und für den öffentlichen Sektor zählt genau diese Unterscheidung. Belegt werden muss in einer Vergabe die Kontrolle über Software, Aktualisierungen und Daten — und die lässt sich belegen, und zwar bevor der Zuschlag erteilt wird, nicht danach.

Wir setzen aber auch das um, was bei Ihnen bereits steht. Ein Herstellerwechsel ist eine eigene Entscheidung mit eigenen Kosten und gehört nicht als Bedingung in ein Segmentierungsprojekt.

Ein einzelnes, präzise gearbeitetes Metallgerät auf einer Werkbank im dunklen Raum. Nur seine Vorderkante ist von einer schmalen Lichtlinie gefasst.

Eine Firewall ist kein Projekt, sondern ein Zustand.

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Die Einschätzung

Wo wir bremsen

Der häufigste Grund, warum Segmentierungsprojekte liegen bleiben, ist ein zu großer erster Schritt. Ein Zonenmodell für das gesamte Haus, entworfen in einem Workshop, umgesetzt in einem Wartungsfenster — das scheitert verlässlich, und danach ist das Thema für Jahre verbrannt.

Wir fangen deshalb mit einer Zone an, meist der mit dem klarsten Schutzbedarf und den wenigsten Abhängigkeiten. Sie liefert das Vorgehen, die Zahlen und die Erfahrung für alle weiteren. Wenn Sie den ganz großen Wurf wollen, sagen wir Ihnen, warum wir davon abraten.

Und: Segmentierung ersetzt keine Aktualisierungen und keine Mehrfaktor-Anmeldung. Sie begrenzt den Schaden, sie verhindert nicht den Einstieg. Wo die Grundlagen fehlen, gehören sie zuerst in Ordnung gebracht.

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Danach

Betrieb und Nachweis

Eine Firewall ist kein Projekt, sondern ein Zustand. Regeln veralten, Anwendungen ändern ihr Verhalten, Ausnahmen bleiben stehen. Die laufende Pflege übernehmen wir auf Wunsch im Rahmen von SOC Co-Managed — oder wir übergeben sauber dokumentiert an Ihr Team, mit Zonenmodell, Regelbegründung und Prüfplan.

Segmentierung ist eine Anforderung in ISO 27001 und ein zentraler Punkt der NIS2-Umsetzung. Wir dokumentieren so, dass es im Audit trägt — eingebettet in den ISMS-Aufbau, wenn Sie den Nachweis als Ganzes brauchen.

Ein hoher Stapel dünner dunkler Platten, jede leicht gegen die darunter versetzt. Eine Platte nahe der Spitze leuchtet heller als die übrigen.
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Zum Schluss

Der erste Schritt kostet nichts

Bevor über Zonen oder Geräte gesprochen wird, steht eine schlichte Frage: Wissen Sie, welche Systeme in Ihrem Netz heute tatsächlich miteinander sprechen? In den meisten Häusern liegt die Antwort nicht vor — und sie zu messen ist keine große Sache.

Damit fangen wir an. Das Ergebnis gehört Ihnen, unabhängig davon, ob Sie danach mit uns weiterarbeiten.

FAQ

Häufige Fragen

Wir haben doch schon eine Firewall. Reicht das nicht?

Für den Übergang ins Internet ja. Sie sagt aber nichts darüber, was innerhalb Ihres Netzes passiert. Genau dort bewegt sich ein Angreifer, der es einmal hineingeschafft hat — und dort entsteht der eigentliche Schaden. Die Frage ist deshalb nicht, ob Sie eine Firewall haben, sondern wie viele innere Grenzen es dahinter gibt.

Legt Segmentierung nicht den Betrieb lahm?

Wenn man sie an einem Wochenende scharf schaltet, ja. Deshalb läuft jede neue Regel zuerst wochenlang im Beobachtungsmodus mit und liefert eine Liste dessen, was blockiert würde. Was auf dieser Liste steht, wird geklärt, bevor irgendetwas greift. Der Weg ist langsamer und deshalb der einzige, der ankommt.

Wie lange dauert so ein Projekt?

Die erste Zone dauert in der Regel einige Wochen, das gesamte Haus je nach Größe deutlich länger. Wir schneiden es bewusst so zu, dass jede Zone für sich einen Nutzen hat und nicht erst das Ganze am Ende. Ein Zeitplan, der alles in einem Wartungsfenster verspricht, ist unrealistisch.

Müssen wir dafür neue Hardware kaufen?

Nein. Der weitaus größte Teil der Arbeit ist das Zonenmodell und das Regelwerk, und beides ist herstellerunabhängig. Wenn Sie neu beschaffen oder die Herkunft belegen müssen, liefern wir mit Valar eine in Europa entwickelte Hardware-Firewall-Lösung — als Möglichkeit, nicht als Voraussetzung.

Was ist der Unterschied zwischen IDS und IPS?

Ein IDS meldet, ein IPS greift ein. Der Unterschied ist weniger technisch als organisatorisch: Ein eingreifendes System kann auch legitimen Verkehr abschneiden, und dann muss jemand erreichbar sein. Wir beginnen deshalb fast immer meldend und schalten erst dort ein, wo die Regel sicher genug ist und der Betrieb dahintersteht.

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